Schneewühlen am Risserkogel (1826m)

Endlich mal nicht krank (der erste Kita-Winter ist echt hart!) - und zufällig genau an einem dieser in den letzten Monaten sehr seltenen Wochenenden habe ich mich in Bad Wiessee "eingebucht". UND es ist auch noch richtig geniales Wetter angesagt. Zeit, endlich mal wieder was für die Kondition (und für die Seele) zu tun!

Da extrem wenig Schnee liegt, die Schneeschuhe aber verliehen sind, steht etwas auf dem Plan, was man normalerweise (also zumindest im Sommer) tunlichst vermeidet: Ein laaaaanger Anmarsch auf Forst- bzw. Almstraßen. In diesem Fall aber genau das Richtige.

Der erste Skibus des Tages (Abfahrt 9:30 Uhr) brachte mich von Enterrottach zur Haltestelle/Parkplatz Kistenwinterstube, wo ich gleich auf die Ski steigen konnte. Ich ging auch sofort los, da es ziemlich frostig war. (Vermutlich wohl auch deshalb war ich tatsächlich der einzige Fahrgast...) Die Schneeauflage der Fahrstraße war zwar alles andere als üppig, aber gut planiert und wohl tatsächlich als Rodelbahn präpariert. Da sie nur gemächlich ansteigt, kann man sich außerdem gut warmlaufen. 

Natürlich zieht sich das ganze ein wenig, aber ich genoss so sehr die Ruhe und das eintönige Aufwärtsschieben der Skier, dass mir das überhaupt nichts ausmachte. Gegen 11 Uhr erreichte ich die Röthensteinalm und konnte kurze Zeit später die Sonne zum ersten Mal an diesem Tag begrüßen.

Kurz vor der Alm

Von der Sonne gleich wieder in den Schatten

Das letzte Stück hinauf zum Blankensteinsattel war nicht mehr ganz so meditativ, denn es steilt etwas auf. Außerdem war der Schnee schon extrem zerfahren - aber wen wundert's, die Blankensteinreibn ist nunmal ein Klassiker.  

Blick vom Sattel nach Osten

Aufgrund der geringen Schneelage hatte ich von Anfang an die Hoffnung, dass sich evtl. auch der Risserkogel ausgehen würde - sind ja nur noch 134 Höhenmeter vom Sattel... 

Da (leider? zum Glück?) nicht gespurt war, wurde es sogar nochmal einigermaßen spannend. Denn hier oben war doch so viel Schnee vorhanden, dass ich ordentlich wühlen musste. Zumindest im unteren Teil, wo die Latschen nicht ganz so dicht stehen. 

Steil und tiefer Schnee - weiter geht es im Schneckentempo

Rückblick zum Blankenstein nach den steilsten Metern

Ab dem Zusammentreffen meines Aufstiegs mit dem Weg, der vom Grubereck bzw. von der Schwaigeralm heraufkommt, war wieder eine so gute Spur vorhanden, dass die restlichen Meter nur noch Formsache waren. 

Am Gipfel angekommen freute ich mich über diesen doch noch recht alpinen Teil der Unternehmung - und natürlich über den sensationellen Ausblick, den ungetrübten Sonnenschein und eine leckere Brotzeit. 

Nicht mehr weit bis zum Gipfel

Blick nach Osten: Rotwandgebiet, Kaisergebirge und hinter dem Kreuz das Hintere Sonnwendjoch

In der Ferne leuchten die Hohen Tauern

Guffert und Karwendel

Ganz links die Zugspitze, Kreuther und Lenggrieser Berge in der Mitte und ganz hinten Ammergauer und Außerfern

Hinab ging es auf dem Aufstiegsweg, wobei der steile Abstieg bis zum Blankensteinsattel kein Problem darstellte. Über den steilen ersten Abfahrtsteil reden wir dagegen lieber nicht... Man merkt bei sowas einfach, dass man keine Routine im Skifahren hat. Ab der Forststraße ging es dann wieder super entspannt, sodass ich um kurz nach 14 Uhr schon wieder am Parkplatz bzw. an der Bushaltestelle war. Da der Bus erst knapp 30 Minuten später gefahren wäre und ich wirklich keine Lust auf's Warten in der Kälte hatte, ließ ich mich von einem netten Snowboarder, der gerade in sein Auto stieg, mit hinunter zur Mautstelle nehmen - vielen Dank nochmal!

Früher als gedacht kam ich so wieder in Bad Wiessee an und gönnte mir dort noch Kaffee und Kuchen. Leider war spätestens in der darauffolgenden Nacht klar: Der Nachwuchs hat sich schon wieder irgendwo was eingefangen und fiebert herum (und natürlich hat er mich auch wieder angesteckt)...

  • Tourdatum: Samstag, 18.01.2025
  • Zeitbedarf (ohne Pausen): Bushaltestelle - Blankensteinsattel (Skidepot) 2 Stunden, Blankensteinsattel - Gipfel 30 Minuten, Abstieg und Abfahrt 1 Stunde, Gesamt 3,5 Stunden
  • Höhenmeter: Ca. 850

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