Montag, 17. Juni 2013

Unverhofft aufs Thalerjoch

Manchmal kommt es anders als man denkt, und man findet sich auf einem anderen Gipfel wieder als man ursprünglich geplant hatte. So erging es uns vergangenen Samstag, an dem wir eigentlich das Hintere Sonnwendjoch (1986m) besteigen wollten. Da
mäßige Gewittergefahr bereits ab dem frühen Nachmittag angesagt war, entschieden wir uns für den schnellen Aufstieg von der Ackernalm (1338m), die man über eine Mautstraße (4€ pro Fahrzeug) erreichen kann. Somit hat man nur 650 Höhenmeter zu überwinden. Allerdings gestaltet sich die Wanderung bis zu einem felsigen Teil etwa eine halbe Stunde unterhalb des Gipfels nicht sehr spannend. Es geht größtenteils über Forststraßen, später über eine Wiese und kurze Zeit durch Latschen. An diesem Punkt hatten sich immer
mehr Wolken gebildet, die zum Teil auch nach Gewitter aussahen. Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns daher, zur Ackernalm zurückzukehren. Dort genehmigten wir uns ein leckeres Mittagessen (Kaspressknödel mit Sauerkraut; eine echt gute Kombi!) und berieten uns darüber, was wir noch unternehmen könnten. Bis auf einen kurzen, heftigen Regenschauer war es nämlich ruhig geblieben und auch die vermeintlichen Gewitterwolken verzogen sich wieder. Angesteuert wurden nun die auf der anderen Seite liegenden Almen und die Wanderwege, die zu den Gipfeln der Veitsberggruppe führen. Quasi ohne es zu wollen, standen wir schließlich auf dem Sattel zwischen
Thaler- (1775m) und Frechjoch. Da es zu ersterem nur noch 15 Minuten waren, nahmen wir auch noch den Latschen-Gipfel-Grat in Angriff und standen schließlich um kurz nach drei doch noch glücklich an einem Gipfelkreuz. Gerne wäre ich über das sogenannte "Fuchsloch" abgestiegen, doch da sich wiederum dunklere Wolken näherten, nahmen wir lieber den vom Aufstieg bekannten Wanderpfad für unseren Rückweg zur Ackernalm. Diesen kann ich übrigens viel eher empfehlen als den Aufstieg zum
Hinteren Sonnwendjoch. Kurz nach der Grabenbergalm schlängelt er sich durch Wald und später durch die etwas geröllige Flanke des Frechjochs. Dabei kann man immer schönere Aussichten auf das Hintere Sonnwendjoch und die anderen Berge der Gebirgsgruppe genießen (Bild rechts). Hat man dann den Sattel erreicht, eröffnet sich der Blick nach Süden in die weitentfernten Hohen Tauern. Leider waren diese am Samstag recht wolkenverhangen. Vom Gipfel erkennt man dann noch das Rofangebirge, den markanten Guffert, den Schinder und die Blaubergkette.

Letztlich ist es schon ein bisschen schade, dass wir nicht am Hinteren Sonnwendjoch waren. Andererseits hätten wir so sicher nicht noch das Thalerjoch bestiegen, welches meiner Meinung nach recht lohnend ist. Beim nächsten Mal werde ich allerdings den Steig durch das Fuchsloch begutachten und noch die anderen Gipfel des Gebirgskamms mitnehmen. Und für das Sonnwendjoch bleibt noch der sicherlich schönere Aufstieg von der Valepp.

Hier findet ihr außerdem Stefanies Bericht über die Wanderung.

Im Rofan war es nachher ziemlich ungemütlich

Der Guffert vom Aufstieg zum Sonnwendjoch aus gesehen

Kommentare:

  1. Quasi ohne es zu wollen ist gut :-) Schön wars am Samstag, gerne wieder mal!
    LG

    AntwortenLöschen
  2. Das triffts ganz gut, gell? :) Klar, gerne wieder!

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Rebecca,
    einen wunderschönen Blog hast du da, ich wühl mich gerade durch die tollen Beschreibungen meiner Traumtouren ;)
    Falls du mal wieder an der Ackernalm bist, empfehle ich, den Grabenbergkamm (Veitsberg-Thalerjoch-Schmalegg) komplett zu überschreiten. Ab dem Stich ins Fuchsloch wirst du da (außer mir, hoho) so schnell niemandem mehr begegnen und der Rückweg vom Schmalegg zur Ackern-Alm ist ein kleines Abenteuer für sich.
    Ich wüßte natürlich auch noch ein paar Geheimtipps fürs Sonnwendjoch, die fast ohne Forststraßen auskommen und den Vorteil haben, dass man bei der Aussicht eben diese krassen Schneisen nicht sieht (z.B. von Ackern aufs Joch in 45 Minuten und auch runter ganz schnell). Ein paar Eindrücke von heuer am Schönfeldjoch findest du hier: https://www.facebook.com/hansbier/media_set?set=a.962303943799258.1073741847.100000589833739&type=3
    Liebe Grüße,
    Hans

    AntwortenLöschen
  4. Servus Hans,

    vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Freut mich sehr, wenn du hier deine Traumtouren (wieder)findest :) Für den nächsten Sommer ist auf jeden Fall die komplette Überschreitung des Sonnwendjochs inkl. Krenspitze, Wildenkar- und Schönfeldjoch - also vom Ursprungpass in die Valepp oder andersrum - geplant. Das ist sicher eine tolle und einsame Tour! Für die Kaspressknödel komme ich aber so oder so gerne nochmal wieder ;)

    Gruß

    Rebecca

    AntwortenLöschen