Sonntag, 25. August 2013

Bonn-Matreier-Hütte und Sailkopf (3209m)

Im Hohe Tauern-Urlaub 2013 musste es natürlich auch auf die Bonn-Matreier-Hütte gehen - für mich als Rheinländerin schon allein des Namens wegen! Der Aufstieg lohnt sich aber auch aufgrund der tollen Umgebung und der Chance auf (theoretisch) zwei recht einfach zu erreichende 3000er.

Los gehts am gebührenpflichtigen Parkplatz Bodenalm (1688m) bei Prägraten. Über einen schmalen Pfad gelangt man zur Nilljochhütte (1990m), danach muss
man erst einmal mit Fahrstraßen vorlieb nehmen. Die Aussicht wird jedoch immer schöner und man passiert die Schmiedleralm bei 2100m. Nach weiteren Kehren auf der Schotterstraße geht der Weg endlich wieder in einen Wanderpfad über. Dieser windet sich in sanfter Steigung höher, während die Umgebung immer alpiner wird. Mein Tagesziel, den
3209m hohen Sail- oder auch Säulkopf hat man schon länger im Blick (Bild oben sehr markant und Bild links auf der rechten Seite), die Hütte taucht erst ab einer
bestimmten Höhe auf. Nachdem der Sandboden mit seinen vielen kleinen Schmelzwasser-bächen durchquert ist, trifft man kurz vor der Hütte auf den Venediger Höhenweg. Von hier ist es nicht mehr weit; nach gut drei Stunden erreicht man die Hütte auf 2745m - bei sehr gemütlichem Gehtempo. Auf der Hüttenterasse wurden wir erst einmal mit einem "Schnapserl" begrüßt, was
wir natürlich dankend annahmen. Für mich ging es danach gleich weiter Richtung Gipfel, wobei die Wegfindung wider Erwarten eher am Anfang ein wenig fordernd war. Anhand von wenigen Markierungen und Steinmännern
steigt man durch grobes Blockwerk, welches zunächst keinerlei Steigung aufweist. Immer im Blick hat man die steile Schuttflanke des Sailkopfs (Bild links), in welche man schließlich einsteigt und sich nun auf nicht markiertem, aber eindeutigem Weg nach oben kämpft. Das Fortkommen ist hier nicht schwierig, aber anstrengend und ziemlich eintönig. Nach etwa einer Stunde gelangt man dann zum felsigen Gipfelaufbau, der fast durchgehend versichert ist. Bei guten Bedingungen benötigt man diese nicht überall, ich war jedoch froh drum, da in der
Nordflanke, in der man sich im oberen Teil des Aufstiegs befindet, einiges an teils vereistem Schnee lag. Es sind allerdings nicht alle Stangen bombensicher verankert, was mal wieder zeigt, dass man sich nicht blind auf solche Versicherungen verlassen sollte. Um kurz nach eins war ich schließlich am Gipfel, wo ich dank eines netten Pärchens auch ein "Beweisbild" bekam. Leider versperrten immer wieder durchziehende Wolkenfelder die Aussicht auf die umliegenden Berge, was auch wegen des wenig spannenden Aufstiegs sehr schade war. Ich erhaschte aber einige Blicke auf Großglockner und Großvenediger und genoss die einsame Gipfelrast, nachdem die anderen beiden sich bereits an den Abstieg begeben hatten. Da sich die Wolken aber nicht verziehen wollten, machte auch ich mich um halb zwei auf den Rückweg. Auf der Hütte gabs dann noch ein zweites Begrüßungsschnapserl und eine leckere Kaspressknödelsuppe, bevor wir um kurz vor 16 Uhr schweren Herzens den Abstieg antraten.

Wohl einfacher zu erreichen ist der 3070m hohe Rauhkopf, welchen man innerhalb einer Stunde von der Hütte erklimmen kann. Ist man früh dran und ist das Wetter absolut stabil, kann man sicher beide Gipfel innerhalb einer Tagestour besuchen. Den Rauhkopf schmückt allerdings kein Kreuz, außerdem wird dort sicher mehr los sein.

Kurz unterm Gipfel: Blick auf Hohen Eichham (3370m; ganz links), Großvenediger (3666m; Schneekuppe etwa in Bildmitte) und Kristallwand (3310m; weißer Gipfel ganz rechts)

 Blick nach Süden vom Gipfel - leider wolkenverhangen

Glocknerblick beim Abstieg

Blick ins Auf- und Abstiegskar von oben; die Hütte ist ebenfalls sichtbar (helles Dach), und im Zoom erkennt man das Pärchen unterhalb des großen Schneefeldes

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen