Von Eschenlohe nach Oberau über vier Gipfel des Estergebirges

Die erste "Nach-Ausgangsbeschränkungs-Wanderung" oberhalb von Schloss Linderhof war niederschmetternd. Nach 500 Höhenmetern war ich völlig im Eimer. Die 1000 Höhenmeter auf das Grasköpfl gingen dann wieder recht easy. Also musste eine noch längere Tour her. Gleichzeitig wollte ich alleine nicht mit dem Auto fahren. Warum also nicht mal das Estergebirge erkunden?


Gegen 8:45 Uhr verließ ich den angenehm leeren Zug Richtung Garmisch-Partenkirchen. Gemütlich ging es zunächst durch Eschenlohe vorbei am bereits übervollen Wanderparkplatz zum Beginn des Hahnbichlsteigs. Diesem blieb ich bis zum Erreichen der Hochebene kurz unterhalb meines ersten Gipfels, der Hohen Kisten, treu.


Bereits am Pustertal-Jagdhaus war abzusehen, dass das Einhalten der Abstandsregeln zur Herausforderung werden würde. Für einen kurzen Moment dachte ich sogar daran, die Hohe Kisten einfach auszulassen und gleich weiter zu gehen. Aber wenn man schon mal da ist und der Gipfel noch "fehlt" (irgendwie bin ich da ja doch auch Sammlerin), kann man auch mal - zumindest kurzzeitig - Menschenmassen in Kauf nehmen. Außerdem war nach dreieinhalb Stunden Zeit für eine Pause - und die ist am Gipfel einfach am schönsten.

Gipfelblick nach Eschenlohe

Lang hielt ich es aber nicht aus, sondern kehrte bald zum Hauptweg zurück und machte mich auf Richtung Weilheimer Hütte.

Way to go: Links Krottenkopf, rechts daneben der Obere Rißkopf

Ein steiler Zahn, die Hohe Kisten!

Hier stellte sich nun die Frage: Nach links wenden und mit erneut vielen vielen Menschen auf den höchsten Gipfel des Estergebirges, den Krottenkopf steigen? Oder doch eher den kurzen Wiesenrücken hinauf zum Oberen Rißkopf? Lang überlegen musste ich nicht: Die zweite Option schien mir tausendfach attraktiver.

Rückblick kurz vor der Weilheimer Hütte

Und was soll ich sagen? Absolut richtige Entscheidung! Ein paar Meter vom Gipfelkreuz entfernt ließ ich mich im Gras nieder und genoss eine richtig schön lange Pause. Lediglich ein Pärchen schoss am Kreuz ein paar Fotos, ging aber dann weiter zum Kareck.

Hier lässt es sich aushalten!

Bischof und dahinter das Wetterstein

Kareck voraus, links der Hohe Fricken

Nach Brotzeit und Muffins entschied ich, diesen Gipfel ebenfalls noch mitzunehmen. Wie es aussah, sollte auch von dort ein Abstieg zum Wanderweg möglich sein. Über Schrofen und Wiesen gelangte ich in 15 Minuten hinüber.

Nette Perspektive

Einsames Kareck

Rückblick zum Oberen Rißkopf und hinten links schon ganz klein: Der Hohen Kisten

Da ich gerade ausgiebig Pause gemacht hatte und idealerweise noch einen weiteren Gipfel einsacken wollte, blieb ich nicht lange. Teils auf undeutlichen Pfadspuren, teils weglos ging es steil wieder hinab zum offiziellen Wanderweg. Von hier in wenigen Minuten zu einem ausgeprägten Sattel.

Etwa in Bildmitte über den steilen Bergrücken geht es ein letztes Mal hinauf

Der von hier auf den Bischof führende Pfad ist zwar nicht beschildert, aber in der Online-AV-Karte eingezeichnet und auch nirgendwo zu verfehlen. Steil führte er mich auf den vierten Gipfel des Tages. 1800 Höhenmeter, puh... Die Fitness war wohl wieder da!

Manchmal ist es ja doch nicht so schlecht, wenn man nicht alleine am Gipfel ist :-)

Nach einem kurzen Plausch mit einem Paar aus dem fränkischen Seenland machte ich mich zufrieden an den Abstieg. Für den Hohen Fricken, den ich vor einigen Jahren schon einmal besucht hatte, war dann keine Motivation mehr vorhanden.


Dem Oberauer Steig folgend gelangte ich schließlich ins Tal und von dort zum Bahnhof von Oberau. Genial, wenn man nicht zum Ausgangspunkt zurück muss!

  • Tourdatum: Donnerstag, 21.05.2020 (Christi Himmelfahrt)
  • Zeitbedarf: Eschenlohe - Hohe Kisten 3,5 Stunden, Hohe Kisten - Oberer Rißkopf 1 Stunde (sehr gemütlich), Oberer Rißkopf - Bischof 1 Stunde, Bischof - Oberau gut 2,5 Stunden, Insgesamt 9 Stunden mit Pausen
  • Höhenmeter: roundabout 1800
  • Fauna (gesehen oder gehört): Buchfink, Zilpzalp, Fitis, Zaunkönig, Rotkehlchen, Waldlaubsänger, Klappergrasmücke, Mönchsgrasmücke, Schwarzspecht, Kuckuck, Steinschmätzer, Fichtenkreuzschnabel, Kolkrabe

Kommentare

  1. Glückwunsch zur wiedererlangten Kondition! ;-) Und eine schöne, lange Wanderung hast Du da gemacht.

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