Mittwoch, 14. Januar 2015

Sonne + Pulver = Genuss!

Feiertag für alle Süddeutschen (6.1.), eine geniale Wettervorhersage für die Bayerischen Voralpen und relativ sichere Lawinenverhältnisse in tiefen und mittleren Lagen: Was macht die Rebecca also? Richtig, eine Skitour! Die Beschreibung der Schneelage durch den Lawinenwarndienst Bayern klang nicht unbedingt nach einer spaßigen Abfahrt im freien Gelände, daher steuerte ich den Taubenstein an, um über die Piste abfahren zu können. Allerdings traf ich es besser an als erwartet:


Von der Bushaltestelle Spitzingsee Kirche (RVO-Bus 9562 von Schliersee) ging ich einige Meter zu Fuß Richtung Rodelstrecke Rotwandhaus. Dort konnte ich bereits nach kurzer Zeit anfellen und mit den Skiern weitergehen. Hinter der Bergwachthütte überquert man eine Brücke und biegt direkt danach links ein in lichtes Waldgelände. Vorher gibt es noch einen wunderschönen Blick zum Schinder (1808m):


Wenige Meter, nachdem ich von der bereits am Vormittag stellenweise eisigen Fahrstraße abgebogen war, bot sich mir obiges Bild: Einige Zentimeter Pulverschnee auf einer tragenden Harschdecke, so wie im Schneedeckenbericht des Lawinenwarndienstes beschrieben. Nur hatte ich nicht mit so viel Neuschnee gerechnet. Ich stieg also genüsslich den ideal geneigten Hang herauf und fragte mich, ob es sich wohl lohnen würde, oben abzufellen und einmal herunter zu fahren.


Schließlich brachte ich es tatsächlich nicht übers Herz, den Hang einfach so "liegen zu lassen". Zwar war er schon recht zerfahren, aber im unteren Teil konnte ich sogar noch einen eigenen Zopf flechten.


So soll es sein - einfach nur schön! Nach diesem (leider viel zu kurzen) Genuss klebte ich also wieder die Felle unter die Latten und stieg den Hang ein zweites Mal hinauf. Schließlich traf ich auf die Piste, die ich überquerte und neben der ich im nicht präparierten Gelände weiter aufstieg. Hier sah es mit der Schneequalität leider nicht mehr so gut aus, da der Hang schon ziemlich durchgepflügt worden war.


Ich steuerte nun den Taubenstein (der felsige Gupf auf dem Bild oben) direkt an, wobei ich mit Erstaunen feststellte, dass der Südgrat komplett schneefrei war. In Skischuhen und mit den Skiern am Rucksack wollte ich mir die ansonsten sehr schöne Kletterei aber nicht antun, daher stieg ich die steile Schneise rechts des Grates hinauf.


Hier wechselte sich Pulverschnee (schön) mit Harsch (nicht so schön) bzw. wenig Pulverschnee auf Harsch (gar nicht schön) ab. Ein paar Spitzkehren waren auch nötig, was immer eine gute Übung ist.


Die letzten Meter ging es zu Fuß auf den Gipfel - was für ein schöner Tag!







Da ich schon sehen konnte, dass die ursprünglich geplante Abfahrt über die Lochgrabenpiste wahrscheinlich komplett im Schatten liegen würde, ich aber noch ein wenig die Sonne genießen wollte, fuhr ich schließlich doch über den Aufstiegsweg ab. Bis zum Einstieg des Schlepplifts der Maxlraineralm hat man dabei die Wahl zwischen (leider schon ziemlich zerfahrenem) unpräpariertem Gelände oder einer schönen blauen Piste.


Der am Vormittag noch so fluffige Abschnitt im unteren Teil hatte mit der Sonneneinstrahlung bereits gelitten, aber dank der sanften Neigung war auch er noch ganz schön zu fahren.


Ab der Zufahrtsstraße musste dann verstärkt auf Stein- bzw. Asphaltberührung geachtet werden, doch zum "Auslaufen" war der flache Weg genau richtig.


  • Hohenmeter: 600
  • Zeitbedarf: Etwa 2 Stunden bei noch nicht so ausgefeilter Aufstiegstechnik bis zum Gipfel, bergab je nach Abfahrtskönnen (ich war etwa 30 Minuten unterwegs)
  • Fazit: Sehr schöne Anfängerskitour, für die man nicht allzu früh aufstehen muss!

Kommentare:

  1. Oh, endlich liest man eine Ski-Tour ohne Kurzski oder Miniski.
    Interessant ist aber diese LangschläferINNENstrategie:
    Wenn der Kampf um die oberen jungfräulichen Hänge schon verloren ist , einfach schonmal die ersten unteren Hänge umpflügen :-)
    Gruss aus GAP
    ReinerD

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  2. Also geplant war das mit dem unteren Hang nicht, aber als Taktik ist es durchaus eine Überlegung wert :)

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