Mittwoch, 19. August 2015

Ruchenköpfe über Westgrat (IV): Geht doch!

Nachdem es im Spätwinter ja nicht ganz geklappt hatte, zog es uns bei schneefreien Verhältnissen noch einmal an die Ruchenköpfe. Auch diesmal sollte es über den schönen Westgrat in leichter Kletterei (je nach Angaben III- bis IV) zum Gipfel gehen.


In gleicher Besetzung (Katharina, Uli und ich) starteten wir wiederum an der Haltestelle "Spitzingsee Kirche" (Bus ab Schliersee oder Fischhausen-Neuhaus) Richtung Rotwandhaus, ...


... welches wir nach 1,5 Stunden erreichten. Eine weitere halbe Stunde später befanden wir uns bereits am Brotzeitfelsen.


Los ging's voller Vorfreude über die bereits bekannten Stellen - reinste Genusskletterei, nie schwieriger als II+.

Die gar nicht so einfache Einstiegsverschneidung (kurz II+)

Sieht nah aus, bis zum finalen Aufschwung überklettert man aber noch ein paar Grathöcker

Im Sommer kein Problem: Die ausgesetzten Gehpassagen

Fester und griffiger Fels - so muss das sein!

Genuss pur

Eine etwas ausgesetzte Querung (II)

Rückblick zur Querung

Hier sind wir runter (Umkehrpunkt beim letzten Mal), dann links durch den Spalt und nach rechts in den "Schrofen" wieder hoch

Ab der Scharte, von der aus wir beim letzten Mal den Rückzug angetreten hatten, wurde es etwas spannender. Durch die Engstelle (ca. III-) hindurch zu kommen, war recht interessant...


... und nach den Schrofen kam noch ein sehr schöner Kamin (auch ca. III-).



Jetzt waren wir an der Schlüsselstelle angekommen, also zogen wir die Kletterschuhe an und holten das Seil raus. Da wir uns nicht ganz sicher waren, wo genau es weiterging, wollten wir das Topo konsultieren. Ich kramte in meinem Rucksack. Wo ist es denn? Ich war mir sicher, es eingesteckt zu haben. Nicht zu finden. Na gut, dann eben nach Gefühl. Nachdem ich dazu verdonnert wurde, bei der nächsten Gelegenheit allen ein Bier auszugeben, stieg Uli den Klemmblockkamin (meiner Meinung nach schon im IVer-Bereich) vor.


Da man hier auf Reibung treten muss, war ich froh um die Kletterschuhe. Auch der Ausstieg um bzw. über den letzten Block ist ein wenig knifflig.




Am Standplatz direkt oberhalb begrüßt einen eine unmissverständliche Markierung: Hier kann nachher abgeseilt werden.


Die nächsten drei Meter sind wieder recht einfach; dann machten wir leider den Fehler und stiegen den Bohrhaken hinterher, gerade hinauf. Dadurch verpassten wir den "Weiberschreck", für den man hätte nach links queren müssen. So quälten sich Uli und Katharina die extrem griff- und trittarme (aber glücklicherweise ziemlich kurze) Stelle hinauf. Ich umging sie weiter rechts in etwas brüchigerem, aber sehr viel einfacherem Gelände.


Die letzten Meter zum Gipfel ist dann nur noch Gehen angesagt. Zu unserer Freude waren wir sogar zunächst alleine, daher genossen wir die Brotzeit und die zaghaften Sonnenstrahlen in vollen Zügen.


Blick von etwas unterhalb des Gipfels auf den Westgrat

Hinunter ging es schließlich abseilend, wobei wir die Halbseile einer Dreierseilschaft nutzen konnten, was die Sache sehr beschleunigte. Vom Südband gelangt man innerhalb weniger Minuten wieder zum Brotzeitfelsen. Hier beschlossen wir, über den Soinsee nach Geitau abzusteigen, da wir nicht wieder den Hatscher vom Rotwandhaus zum Spitzungsee gehen wollten und so direkt Anschluss an die BOB haben würden. An der gemütlichen Schellenbergalm gab's für alle noch das versprochene Bier, was zumindest die folgende halbe Stunde des Abstiegs zu einer sehr lustigen Sache machte.

  • Tourdatum: 01.08.2015
  • Zeitbedarf: Zustieg gesamt 2 Stunden, Kletterei (ohne Hetze und mit kleinen Pausen) ebenfalls knapp 2 Stunden
  • Höhenmeter: Etwa 750 bergauf, 1000 bergab
  • ÖPNV-Verbindung Hinfahrt: BOB ab München (8:05 Uhr) bis Schliersee (8:56 Uhr), dann Bus Nr. 9562 (ab 8:59 Uhr) bis Spitzingsee Kirche (Ankunft 9:24 Uhr)
  • ÖPNV-Verbindung Rückfahrt: BOB ab Geitau immer um xx:38 Uhr

Kommentare:

  1. Schön, dass es beim zweiten Versuch geklappt hat!

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  2. Kein Schnee, kein brüchiger Neuner-Dolomitenfels - schon grinst sie wie ein Honigkuchenpferd ,-)
    Glückwunsch aus GAP
    -die üblichen Verdächtigen-

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    1. Danke dir. Klar grinse ich da, es war eine super Tour!

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