Donnerstag, 25. Februar 2016

Überschreitung Herzogstand/Heimgarten im Winter

Der bayerische Klassiker - vor vier Jahren bin ich ihn schon einmal gegangen, damals eine meine ersten Wanderungen meiner Wahlheimat Oberbayern. Damals hatte ich nicht besonders viel Bergerfahrung vorzuweisen. Heute würde ich im Traum nicht mehr daran denken, die Überschreitung an einem Wochenendtag im Sommer zu machen. Aber im Winter? Sollte doch sehr viel einsamer und spannender sein...


Dank guter Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln (siehe unten) starteten wir unsere Wanderung um halb zehn an der Kesselberghöhe. Von Schnee war zunächst wenig zu sehen, dafür lachte die Sonne.


Zügig ging es hinauf, auch die später geschlossene Schneedecke erlaubte dank quasi Rodelbahnverhältnissen ein entspanntes Gehen ohne Schneeschuhe. Mehrmals die Piste des Mini-Skigebiets kreuzend gelangten wir zum Herzogstandhaus, ...


... von wo aus wir gleich den Gipfel ansteuerten. Ganz schön rutschig war's auf dem eingetretenen Weg zum Kreuz; hier wären glatt Grödeln angenehm gewesen. Leider hatte sich die Sonne mittlerweile hinter einer nahezu geschlossenen Wolkendecke versteckt.


Auch am Gipfel verweilten wir nicht lange, war doch die Spannung zu groß, wie die Verhältnisse am Grat sein würden. Fast ein bisschen enttäuscht waren wir, als klar war, dass auch dieser Weg bereits mehrfach begangen wurde. So brauchten wir weder Schneeschuhe noch Pickel - kurzweilig war es trotzdem.




Anstrengender wurde es noch einmal beim Anstieg zum Heimgarten, wo der Schnee und die Fußstapfen tiefer waren.


Eine kurze Querung bewegte uns außerdem dazu, unsere LVS-Geräte wieder einzuschalten.


Genau hier kam uns eine Gruppe junger Leute entgegen - ob die irgendeine Ausrüstung bei sich hatten, würde ich mal bezweifeln...

Endlich am Heimgarten angekommen genossen wir die Einsamkeit und die wunderbare Aussicht; auch die Sonne gab sich alle Mühe, durch die Wolken hindurch wenigstens ein bisschen Wärme zu spenden.




Irgendwann wurde es dann aber doch zu kalt; außerdem hatten wir noch einen weiten Weg zum Bahnhof Ohlstadt vor uns. Hinab ging es nun über den Nord-, dann den Ostrücken. Auch hier war der gesamte Weg eingetrampelt. Der normalerweise wohl auch für Skitourengeher sehr schöne Nordhang runter zur Bärenfleckhütte hatte nicht gerade viel Schnee zu bieten, dafür hatten bereits Horden von Winterwanderern eine "Autobahn" hinterlassen.


Ab der Hütte wäre die Schneelage dann definitiv zu dürftig zum abfahren gewesen - wir freuten uns über einen (mehr oder weniger) rutschfreien Abstieg.


Dieser zieht sich leider noch ziemlich bis zum Bahnhof Ohlstadt: Trotz zügigen Tempos erreichten wir diesen erst um 16:10 Uhr Uhr.

Trotzdem möchte ich mit diesem Beitrag noch einmal deutlich machen, was für schöne Touren nur mithilfe der öffentlichen Verkehrsmittel möglich sind - ein entspanntes Schlummern im Zug inklusive. Und schließlich hatten wir trotz vermehrtem "Trainingsgewicht" und einer weniger spannenden Tour als erhofft einen wunderbaren (und immerhin trotzdem recht einsamen) Tag an Kochel- und Walchensee.
  • Tourdatum: Sonntag, 14.02.2016
  • Zeitbedarf: Passhöhe - Herzogstand knapp 2,5 Stunden, Herzogstand - Heimgarten gut 1,5 Stunden, Abstieg gut 2 Stunden, Gesamt: 6 Stunden
  • Höhenmeter: Knapp 1100 im Aufstieg, gut 1100 im Abstieg
  • ÖPNV-Verbindung Hinfahrt: Zug nach Kochel ab München um 7:59 Uhr (Ankunft um 9:08 Uhr), dann Bus 9608 Richtung Garmisch-Partenkirchen um 9:13 Uhr (Ankunft an der Kesselberg-Passhöhe um 9:24 Uhr)
  • ÖPNV-Verbindung Rückfahrt: Zug ab Ohlstadt um 16:25 Uhr, Ankunft in München um 17:26 Uhr

Kommentare:

  1. Eine schöne Idee - ich würde die Überschreitung gerne mal mit Ski machen, aber leider lag in den letzten Wintern nie genug Schnee.

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    1. Hallo Hannes, meines Erachtens ist das eine klassische "Zu Fuß geh"-Tour. Mit Skiern wirst du bei der Überschreitung nicht glücklich und auch die (klassischen) Abfahrten sind meiner Meinung nach nicht allzu lohnend.

      Liebe Grüße

      Rebecca

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  2. Hab die Tour am 28.1.2017 rückwärts gemacht, also mit dem Aufstieg zum Heimgarten gestartet. War genau wie beschrieben! Der Grat war nicht knifflig, aber man musste sich konzentrieren. Ist bei dem Schnee ganz schön Kräfte- zehrend gewesen.

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