Montag, 25. Juni 2018

Delpsjoch, Stierjoch und Kotzen - Einsame Runde um die Tölzer Hütte

OK, so richtig einsam ist die Runde natürlich nicht. Sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg begegneten wir einigen Personen. Und natürlich ist auch an der Tölzer Hütte immer einiges los. Gemessen an der "Standardrunde" über den Direktaufstieg aus dem Rißtal oder über den Schafreuter geht es aber im Krottenbachtal und am Kotzenberg noch verhältnismäßig ruhig zu.


Nachdem wir es im September 2017 mit ziemlich winterlichen Verhältnissen zu tun hatten, war es nun typisch sommerlich: heiß und mit nachmittäglicher Gewittergefahr. Wir starteten daher - obwohl wir ja nur den Hüttenanstieg vor uns hatten - nicht allzu spät in Fall.


Der Weg durchs Krottenbachtal führt zunächst für längere Zeit über einen Forstweg, was aber kaum stört, da es flach ins Tal hinein geht. Wenige Meter nachdem er schließlich in einen schmalen Pfad übergeht, gelangt man an ein wunderschönes Bachbett, das zu einer ersten Pause einlädt.


Wir hielten uns aber nicht übermäßig lang auf, denn die Wolken waren für meinen Geschmack bereits zu dieser frühen Stunde etwas zu zahlreich - und wir hatten noch einige Höhenmeter vor uns. Die Überwindung jener beginnt recht abrupt am Ende des Tals: In teils recht steilen Kehren führt der Pfad durch schönes Gelände mit immer besser werdenden Ausblicken hinauf...


... quert zweimal einen Bachlauf...


... und erreicht schließlich flaches Gelände um den Delpssee.


Rückblick

Hier wäre ein weiterer wunderbarer Pausenplatz gewesen, doch wiederum veranlasste uns die Wolkendichte dazu, nicht zu lange zu verweilen.

Ein Blumenbild muss trotzdem sein...

Gegen viertel vor zwei erreichten wir die Hütte - glücklicherweise noch ohne erstes Donnergrollen.


Während wir eincheckten und uns eine Runde Kuchen schmecken ließen, regnete es leicht. Wir stellten uns derweil bereits auf einen langen Hüttenabend ein...

Wenig später klarte es jedoch schon wieder auf, sodass wir schnell eine kleine Brotzeit einpackten und uns auf den Weg zum Delpsjoch machten. Die 110 Höhenmeter waren schnell überwunden und lohnten sich ohnehin tausendfach: Nochmal ausgiebig in der Sonne sitzen, die Aussicht genießen, reden, genießen...






Irgendwann rief schließlich das Abendessen, sodass wir uns schweren Herzens an den Abstieg machten.

***

Tag 2: Dass ich vermutlich aufgrund der Knödelbeilage (Kraut - äußerst lecker, aber leider auch magenumkrempelnd) nicht allzu gut geschlafen habe, führe ich besser nicht aus... Da die Sonne Anfang Juni extrem früh aufgeht und das Zimmer nicht verdunkelbar war, waren wir - wie viele andere auch - bereits früh auf den Beinen. Frühstück gibt es aber erst ab 7:30 Uhr, also hieß es warten und schon mal die warmen Sonnenstrahlen auf der Hüttenterrasse einsaugen.

Karwendelblick am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen :-)

Ein stärkendes Frühstück später schulterten wir schließlich wieder die Rucksäcke und machten uns erneut auf den Weg zum Delpssee.


Hier wandten wir uns jedoch nicht nach links Richtung Krottenbachtal, sondern erstiegen meist weglos (aber markiert) den steilen Südwestrücken des Stierjochs (1908m).


Nach einer kurzen Brotzeit wandten wir uns nach Norden, wo uns die teilweise durch sehr abschüssiges Gelände führende Pfadspur (Ausrutschen verboten!) in einen wenig ausgeprägten Sattel und weiter zur Wiesenfläche am verfallenen Kotzenalm-Hochleger leitete (hier keine Markierungen mehr).


Der höchste Punkt des Kotzen (1740m) war kurz darauf erreicht. Hier ließen wir uns für eine ausgedehntere Gipfelrast nieder.


Für den weiteren Abstieg folgten wir schließlich zunächst der Wegspur durch die Latschen, bis sich diese im steilen Gras verlor. Nun weiter vorsichtig, aber unschwierig bergab, bis ein weiterer Pfad, der die Flanke quert, erreicht ist. Ab hier lauern nun weder gelände- noch orientierungstechnisch noch irgendwelche Probleme, sodass man es einfach "laufen lassen" kann. Den Abschluss der Tour bildet eine Streckenwanderung entlang der Dürrach inklusive Klammblick.


... und natürlich eine Einkehr mit Kuchen und Cappuccino in der Naturkäserei :-)

  • Tourdatum: Samstag und Sonntag, 09./10.06.2018
  • Zeitbedarf: Aufstieg zur Tölzer Hütte über Krottenbachtal 4-5 Stunden, Abstieg über Stierjoch und Kotzen ca. 6 Stunden inkl. Pausen
  • Höhenmeter: Ca. 1050 hm bergauf an Tag 1 (ohne Delpsjoch), knapp 400 hm bergauf und knapp 1400 hm bergab an Tag 2

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