Plattenspitze (3422m): Landschafts- und Aussichtshighlight im Martelltal

Ein letztes Mal schwelge ich mit diesem Blogeintrag in Urlaubserinnerungen - und blicke mit gemischten Gefühlen zurück. Denn die letzte Tour des Urlaubs war einfach super genial - ganz im Gegensatz zum (verfrühten) Ende des Urlaubs. Aber das ist eine andere, private Geschichte. Vermutlich hat der Blogeintrag auch deswegen so lange auf sich warten lassen.

Wie bereits im vorletzten Eintrag angedeutet, waren dieses Mal Bus und Bahn die Mittel der Wahl für die Anreise. Und ich muss sagen: Das klappt super gut, wenn man sei Basecamp im Etschtal (z.B. in Laas) hat: Zug bis Goldrain, dann mit zwei Bussen, die natürlich aufeinander abgestimmt sind, bis hoch zur Enzianhütte auf 2000m. Dank Gästekarte auch noch völlig kostenlos! 

Ich startete um 9 Uhr. Mein Ziel hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht final festgelegt: Eigentlich wollte ich zur Plattenspitze, hatte aber Bedenken, ob ich rechtzeitig für den letzten Bus wieder unten sein würde. Als Alternative visierte ich die immerhin knapp über der 3000m-Grenze liegende Kalfanwand an. 

Den ersten Abzweig zum Alternativziel ließ ich ohne viel Überlegen links (bzw. rechts) liegen. Zu verlockend war die Aussicht auf einen veritablen 3000er, der auch noch über einen wunderschönen Weg - so hatte ich gelesen - erreichbar sein sollte. Wunderschön ist es freilich bereits im unteren Teil.


Auf einer Höhe von 2450m gibt es abermals die Möglichkeit, doch noch Richtung Kalfanwand zu gehen. Da ich jedoch gut voran gekommen war, blieb ich auch hier meinem ursprünglichen Ziel treu. "Nur noch" 1000 Höhenmeter ;-)

Ein Stückchen Schokolade füllte kurzfristig die Energiespeicher wieder auf und brachte mich bis zu einem kleinen Wollgrassee, an dem man einfach Pause machen MUSS.

Nach diesem herrlichen Fleckchen Erde dominiert bald die Farbe grau. Und insbesondere auf den letzten zwei-, dreihundert Höhenmetern fragt man sich mit Sicherheit, warum man genau diesen Berg unbedingt besteigen musste.



Wie so oft sind jedoch die Strapazen angesichts des phänomenalen Panoramas schnell vergessen. Und die Zeit? 3,5 Stunden hatte ich inkl. (kleiner) Pausen gebraucht. Nachdem dies bedeutete, dass ich für den Abstieg ganze 4,5 Stunden zur Verfügung hatte, ließ ich mich entspannt nieder und ließ mir in aller Ruhe meine Brotzeit schmecken.

Schön, wenn am Gipfel noch jemand ist, der ein Erinnerungsfoto schießen kann, dann aber gleich absteigt. Im Hintergrund: Das berühmte "Suldner Dreigestirn" Königspitze, Zebru und Ortler

Königspitze (3851m) im Zoom - ein gewaltiger Berg!

Ortler: Mit 3905m höchter Berg Nord- und Südtirols mit seinem schönen Hintergrat in der linken Bildhälfte

Cevedale (3769m) und Zufallspitzen
 
Blick auf das wunderschöne Pedertal, meinem Auf- und Abstiegsweg

Vordere Rotspitze (3033m) am linken unteren Zipfel des linken Gletschers und Hintere Schranspitze (3357m) rechts der Bildmitte zwischen den beiden Gletschern: Man sieht gut, wie weit es vom einen zum anderen Gipfel ist...
 
Schildspitze (3461m), Mittlere Pederspitze (3462m) und Äußere Pederspitze (3406m)

Vertainspitze (3545m)

Eine gute halbe Stunde hielt ich es in T-Shirt und kurzer Hose auf gut 3400m aus. Dann hatte ich mich schließlich sattgesehen und wollte auch die Landschaft weiter unten noch etwas genießen. Also machte ich mich gegen 13 Uhr wieder auf den Weg.

Der Gipfelaufbau
 
Willkommene Möglichkeit zur Trinkflaschenauffüllung

Es wird wieder grüner

Wem hier nicht das Herz aufgeht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen...
 
Einfach nur schön!

Nochmal Vordere Rotspitze und Hintere Schranspitze

Letzter Blick zurück

Mehrmals hatte ich das Bedürfnis, mich einfach ins Gras zu setzen - und konnte mich jedes Mal auf neue nur ganz schwer wieder losreißen. So benötigte ich für den Abstieg ebenfalls 3,5 Stunden. Die Bushaltestelle an der Enzianhütte erreichte ich eine knappe halbe Stunde vor Abfahrt des letzten Busses und ließ mich um kurz vor 17 Uhr schließlich komfortabel wieder zurück nach Laas bringen.

  • Tourdatum: Mittwoch, 09.09.2020
  • Zeitbedarf: Gesamtgehzeit 7 Stunden (ohne Pausen 5,5-6 Stunden)
  • Höhenmeter: 1400

 

***

Eine frohes neues Jahr wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines Blogs - auf dass es in 2021 wieder bergauf geht, sowohl wortwörtlich als auch im übertragenen Sinn.


Kommentare

  1. Glückwunsch zu der schönen Tour! Hört sich nach einem sehr gelungenen Abschluss des Südtirol-Urlaubs an (mal schauen, wann man da wieder hin darf). Und die Fotos von der Königspitze sind genial.

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    1. Danke! Es war auch wirklich super. Und die Königspitze - genial, als sie plötzlich hinter dem anderen Berg auftauchte!

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