Donnerstag, 23. Oktober 2014

Hochthronklettersteig (D) am Untersberg

Obwohl ich am Tag zuvor den Soldatenweg geklettert war, konnte ich der Einladung zur Begehung des Hochthronklettersteiges beim Traumwetter des 28.09. nicht ausschlagen. So ging es nach einem anstrengenden Tag wieder früh los: Diesmal um 6:30 Uhr von Freising nach Berchtesgaden.


Dort stellten wir das Auto am großen Wanderparkplatz in Hinterettenberg ab und starteten gegen 9 Uhr die lange Zustiegswanderung zur Südostwand des Untersbergs. Dabei sind teilweise recht steile 800 Höhenmeter zu überwinden, wobei wir diese in knapp anderthalb statt der angegebenen zweieinhalb Stunden hinter uns brachten. Erstaunlich war für mich dabei, dass wir trotz unseres hohen Tempos (ich hätte echt nicht schneller gehen können) noch überholt wurden! Anscheinend sind dort aufgrund der konditionell herausfordernden Tour doch eher ziemlich fitte Leute unterwegs.

Da geht es hinauf

Mit gefühlt hundert anderen Menschen machten wir an der Scheibenkaseralm noch einmal Pause, bevor wir den restlichen Zustieg anpackten und um 11 Uhr in den Klettersteig einstiegen. Gleich zu Beginn geht es mächtig zur Sache und es wird klar: Teilweise ist schon ziemliche Armkraft erforderlich. Ein Schild nach den ersten Schwierigkeiten warnt davor weiterzugehen, wenn man schon am Anfang Probleme hatte. Diese Warnung sollte ernst genommen werden, denn es folgen noch viele sehr steile und kraftraubende Passagen - und das bei knapp 400 Metern Wandhöhe!








Nach dem schnellen Zustieg brauchte ich für den Steig insgesamt gut zweieinviertel Stunden, da ich viele Pausen machen musste. Außerdem versuchte ich natürlich, vor allem in den schwierigeren Stellen möglichst viel Klettertechnik anzuwenden, um einerseits kraftsparend zu klettern und andererseits möglichst viel Alpinfeeling aufkommen zu lassen. Denn was ich wieder einmal gemerkt habe: Ich gehe lieber eine schöne Bergtour oder neuerdings auch eine Mehrseillängentour, anstatt mich an einem Stahlseil hochzuwuchten. Trotzdem war es eine interessante Tour, die vor allem tolle Ausblicke in die Berchtesgadener Alpen und zum Dachstein bietet. Und außerdem: Die Mischung macht's!




Vom Ausstieg des Klettersteigs sind es nur wenige Meter zum Gipfel des Berchtesgadener Hochthrons (1973m), der ein beliebter Wanderberg ist. Dementsprechend geht es dort zu. Nach einer kurzen Rast machten wir uns daher auf Richtung Stöhrhaus, wo wir nach dem schweißtreibenden Aufstieg in der Südostwand den halben Liter Saftschorle einfach so hinuntergossen.


Zum Rückweg über die Scheibenkaseralm gibt es dann eigentlich nicht mehr viel zu sagen; außer: Er zieht sich! Andererseits hat man noch einmal schöne Einblicke in die Südostwände des Bergmassivs.



P.S.: Man sieht es an meinem Gipfelbuch: Vor dem Hochthron war ich noch auf einigen anderen Gipfeln im Verwall und in der Brenta. Ich habe mich jedoch dazu entschlossen, erstmal die neueren Berichte nachzuholen, da ich sonst ewig hinterher hänge und den "Anschluss" einfach immer mehr verliere. Es kommen sicher nochmal Tage mit schlechtem Wetter (was ich mir nicht wünsche, aber wahrscheinlich ist es doch irgendwie...). Dann werde ich die Berichte des Sommers nachholen. 

Kommentare:

  1. Für dich wäre wahrscheinlich der Abstieg durchs Mittagsloch interessanter gewesen. Der Einstieg in die Höhle, liegt nur wenige Meter westlich vom Stöhrhaus. Man muss vielleicht ein bisschen suchen, wenn man die Stelle nicht genau kennt. Der Steig ist nur teilweise versichert.

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    1. Servus Alois,

      da hast du recht, allerdings haben wir den Einstieg spontan nicht gefunden und uns dann für den normalen Abstieg entschieden. Deine Website sieht ganz interessant aus, vor allem finde ich es toll, dass du Wert auf eine Anreise mit Bus und Bahn legst. Wollen wir uns verlinken?

      Gruß

      Rebecca

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  2. Servus Rebecca,

    verlinken, ja gerne. Ich konnte leider keine E-Mail-Adresse finden. Du kannst mir unter info[at]gamssteig.de mailen. Zwei deiner Touren habe ich verlinkt.
    Viele Grüße
    Alois

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