Dienstag, 7. Oktober 2014

Zehn Seillängen Alpinfeeling am Predigtstuhl

Auch wenn ich damit jetzt die Chronologie meiner Beiträge durcheinander schmeiße, möchte ich doch als nächstes über die erneute Besteigung des Predigtstuhls im Dammkar schreiben. Dies hat zwei Gründe. Der eine ist, dass es mit einem vergangenen Beitrag zu tun hat, der andere - noch viel wichtigere - ist, dass ich mich einfach tierisch freue, meine erste eigenverantwortliche Mehrseillängentour geklettert zu haben! Ende August ging ja der erste Versuch gründlich in die Hose. Vorletzten Samstag starteten wir daher bei bestem Wetter einen erneuten Anlauf. Um zwanzig nach zehn waren wir an der Hütte, um kurz nach elf stiegen wir in die Route "Soldatenweg" ein. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Route liegt nur im Schwierigkeitsgrad III und ist noch dazu ausreichend abgesichert, doch für mich war es etwas ganz Besonderes: Der Einstieg ins alpine Klettern!


Man merkt schnell, dass man sich in einer solchen Route weder in der Kletterhalle, noch im perfekt abgesicherten Sportklettergarten befindet. Das Gelände ist teilweise unübersichtlich, den nächsten Haken muss man schon mal suchen. Die meisten davon sind außerdem schon älter und lediglich in kleine Felssplaten geschlagen - aber stürzen sollte man hier sowieso nicht.


Die Standplätze dagegen sind alle mit soliden Ringhaken ausgestattet, sodass auch mal zwei Seilschaften gleichzeitig dort stehen können. Dies ist gar nicht so abwegig, da die Route sehr beliebt ist.


Theoretisch könnte man einige der zehn Seillängen ungesichert gehen, da diese hauptsächlich aus Schrofengelände bzw. Einserkletterei bestehen. Wir wollten jedoch das Seilhandling und die -kommandos üben, also gingen wir brav in Wechselführung, d.h. jeder stieg abwechselnd vor.


Dabei geht es auch durchaus mal luftig zu:


Für die knapp 300 Höhenmeter zum Gipfel benötigten wir geschlagene vier Stunden, wobei wir beispielsweise den Standplatz der vierten Seillänge etwas länger suchen und an den anderen Ständen teilweise warten mussten. Geübte Seilschaften bei weniger "Verkehr" sind mit Sicherheit schneller.


Am Gipfel auf 1920m genossen wir schließlich die warme Herbstsonne in T-Shirt und kurzer Hose, bevor es über den Wanderweg wieder zurück zur Dammkarhütte ging, wo wir unsere erste alpine Kletterei mit Kuchen, Gulaschsuppe und einem kühlen Hellen feierten!

Spaß am Gipfel

Blick ins Dammkar

Im Norden die Soierngruppe

Kommentare:

  1. Ich schwanke zwischen Stolz und Angst :-) . Schön das du so viel Freude hast an den Bergen. Weiter viel Erfolg bei deinen künftigen Touren.

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  2. Ich hoffe, der Stolz überwiegt! Wir gehen die Sache wirklich ganz bedacht an. Es wollen ja noch viele Routen geklettert werden :)

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